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Dyskalkulie

bullet Charakteristische Probleme mit Mengen und Zahlen
bullet Charakteristische Probleme mit den Rechenfertigkeiten
bullet Ursachen
bullet Hilfen
bullet Wie können Eltern helfen?
bullet Tipps für die Schulsituation

Charakteristische Probleme mit Mengen und Zahlen:

Bereits im Vorschulalter fallen Schwierigkeiten auf, Mengen einzuschätzen, zu vergleichen oder zu sortieren. Die Fähigkeiten zu zählen (aufwärts-, abwärts-, weiterzuzählen), Gegenstände abzuzählen oder Mengenbilder zu gesprochenen Zahlwörtern zuzuordnen, sind eingeschränkt. Erstes anschauliches Rechnen mit Gegenständen fällt schwer.
Später werden im Hunderter- und Tausender-Zahlenraum die Stellenwerte vertauscht oder verdreht. Das Rechnen mit Maßeinheiten (Geld, Uhrzeit, Gewichte, Längenmaße) bereitet große Schwierigkeiten.

Charakteristische Probleme mit den Rechenfertigkeiten:

Sie kommen lange nicht ohne Zählhilfen aus (Finger, Stifte, Steine etc.), sie rechnen zählend und verfolgen dabei oft falsche Zählstrategien . Besondere Schwierigkeiten bereiten Zehner-Übergänge sowie der Wechsel zwischen den Rechenarten. Im Bereich der Text- und Sachaufgaben kommen oft zahlreiche unterschiedliche Fehlermöglichkeiten zusammen, die Kinder finden keinen Zugang zur Umsetzung des Textes in Rechenaufgaben.

Ursachen

Niemand hat Schuld an einer Dyskalkulie, weder das Kind, die Eltern, noch die Schule. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich.

Neuropsychologische Ursachen
Untersuchungen ergaben, dass in unserem Gehirn drei unterschiedliche Funktionseinheiten für die Zahlenverarbeitung zuständig sind. Eine Einschränkung bedeutet also Probleme in diesem Bereich.

Entwicklungspsychologische Ursachen
Wissen wird im Laufe unseres Lebens entwickelt, d.h. beim Lernen wird meist an bereits Erlerntes angeknüpft und ein Gesamtbild erweitert.

Beim eigentlichen Rechnen wird auf eine Vielzahl von entwickelten Kenntnissen zurückgegriffen, die integriert angewandt werden. Eine Störung in der persönlichen Lernentwicklung kann daher ebenfalls Ursache für eine Dyskalkulie sein.

Linguistischer Ansatz
Mathematik ist und hat eine eigene Sprache, die erlernt werden muss. Eine Beeinträchtigung im Sprachverständnis kann sich durchaus auch im mathematischen Bereich auswirken. Das 'Übersetzen' von Symbol- bzw. Zahlbildern in Mengenbegriffe oder Rechenoperationen bereitet dann große Probleme.   

Genetischer Ansatz
Erkenntnisse aus der Säuglingsforschung deuten darauf hin, dass die Fähigkeit zum Erwerb mathematischer Kompetenzen bereits angeboren sein muss.

Fehlerorientierter Ansatz
Werden falsche Lösungsstrategien verwendet und über einen längeren Zeitraum eingeübt, kann sich daraus eine Rechenstörung manifestieren. Mathematik ist ein in sich aufgebautes System, in dem größere Lücken dazu führen, dass das Fundament nicht mehr ausreicht, um das erlernte Wissen anzuwenden. Wichtig ist, dass man herausfindet, welcher Lerninhalt sicher und fehlerfrei beherrscht wird, um daran anknüpfen zu können.

Hilfen

Allgemein

Dyskalkulie ist nicht heilbar. Therapie und Förderung soll dem Dyskalkuliker ermöglichen, mit seiner Defiziten besser umzugehen. Sie sollte ganzheitlich angelegt sein, d.h. der Gesamtpersönlichkeit der Kinder in schulischer, sozialer und emotionaler Hinsicht gerecht werden.

Ganz wichtig ist in dem Zusammenhang der Rückhalt in der Familie. Rechenschwache Kinder können sich nur positiv entwickeln, wenn sie von ihren Eltern trotz schlechter Leistungen anerkannt werden. Quälendes Üben zu Hause und der Druck, besser werden zu müssen, können sehr belasten.

Wie können Eltern helfen?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass man dem Kind die Dyskalkulie erklärt und ihm somit das Gefühl des Versagens nimmt. Dann muss es verstehen, dass es lernen kann, seine eigene Lernsituation durch bestimmte Methoden zu verbessern.

bulletStellen Sie keine kurzfristigen Erfolge in Aussicht sondern bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass seine Bemühungen langfristig angelegt sein müssen.
bulletLernen Sie spielerisch mit Ihrem Kind, es gibt neben den bekannten Gesellschaftsspielen, bei denen gerechnet werden muss (z.B. Würfelspiele, Kassierer, Kartenspiele, Punktesammelspiele).
bulletLoben Sie Erfolge, fokussieren Sie nicht die Misserfolge. Wecken Sie die Lernmotivation Ihres Kindes und erkennen Sie Fleiß und Mühe an, auch wenn sie nicht zum Erfolg führen!
bulletIhr Kind braucht Selbstvertrauen! Finden Sie gemeinsam seine Stärken heraus und geeignete Lernstrategien, die zu ihm passen. Helfen Sie Ihrem Kind, strukturiert zu arbeiten und zu lernen!

Tipps für die Schulsituation:

Machen Sie sich stark für Ihr Kind, halten Sie den Dialog mit der Schule, sorgen Sie dafür, dass Ihrem Kind Verständnis entgegengebracht wird und fordern Sie Hilfen ein, die Ihrem Kind die Lernsituation erleichtern! Es gibt hierzu eine Reihe von einfach durchsetzbaren Maßnahmen:
Das Kind sollte möglichst vorne sitzen, am besten frontal zur Tafel, damit es so wenig wie möglich abgelenkt wird, genau wahrnehmen kann und seine Situation besser von der Lehrkraft beobachtet werden kann.
Es sollte nur freiwillig vorrechnen oder an die Tafel gehen müssen. Solche Situationen sind für rechenschwache Kinder sehr belastend, sie fühlen sich leicht vorgeführt.
Für die Hausaufgaben können Sonderregelungen vereinbart werden: nur nützliche, erfüllbare Aufgaben helfen weiter. Sinnvoll ist ein Zeitlimit, unabhängig davon, ob die Hausaufgaben fertig sind.
Der individuelle Lernfortschritt sollte gelobt werden, auch wenn es sich dabei um objektiv kleine Erfolge handelt.
Klassenarbeiten sollten mit Maschinen geschriebenen, übersichtlichen Arbeitsblättern durchgeführt werden, die Platz für Nebenrechnungen und mögliche Zeichnungen vorsehen. Die Korrekturen sollten dezent sein (kein 'rotes Blatt'), die Bemerkungen anerkennend und ermutigend.
Ein Nachteilsausgleich kann auch sein, dem Kind mehr Zeit für einen Test zu geben (z.B. die Pause noch dazu).

Gute Schulnoten sind nicht so wichtig wie das seelische Gleichgewicht eines Kindes. Dazu gehört, dass das Kind die für sein Intelligenzniveau passende Schulart besuchen kann.

Für Eltern ist es wichtig, sich darauf zu konzentrieren, die Stärken ihres Kindes zu fördern und ihm Hilfestellung zu geben, mit seiner Dyskalkulie selbstbewusst umzugehen.

Kosten und Dauer

Zeitraum: ist bei jedem Kind individuell

Dauer:  45 Minuten Einzelunterricht, nach einigen Behandlungseinheiten kann dies in eine Gruppentherapie wechseln.

Die Kosten pro. Einheit betragen ab 23,- €

Warum erst Einzeltherapie und später Kleingruppen

bulletZu Beginn ist es wichtig die Kinder einzeln zu betreuen um ihr Selbstbewusstsein soweit zu Stärken, dass sie offen mit ihren Problemen umgehen können.
bulletSpäter kann eine Kleingruppenbehandlung sinnvoll sein, da sich hier die Kinder gegenseitig motivieren aber auch anspornen.